Das größte Problem beim Einsatz automatischer Kameras, insbesondere der Digitalkameras ist die Auslöseverzögerung, also die Zeit, die zwischen dem Drücken des Auslösers und der Aufnahme des Bildes vergeht. Folgende Tipps sollen helfen, hiermit umzugehen:
Weitere Tipps für schnelle Erfolge (für Einsteiger):
| Für hochwertige Unterwasseraufnahmen ist je nach Sichtweite eine zusätzliche Beleuchtungsquelle erforderlich. So treten schon ab einer Tiefe von 3m deutliche Farbveränderungen auf. Zum Teil lassen sich durch Farbfilter oder hochwertige Bildbearbeitungsprogramme noch einige Verbesserungen herausholen, wirklich gute Ergebnisse erzielt man jedoch nur mit einer zusätzlichen Lichtquelle. Dies kann entweder der eingebaute Blitz, die Taucherlampe, eine Video-Lampe oder ein externer Blitz sein. |
Beispiel
für Fotos ohne zusätzliche Beleuchtung in Süßwasser,
ca. 5m Tiefe bei ca. 3m Sicht, (Größe reduziert auf 25%, Farben unverändert, Kompression 65%). |
![]() ![]() |
| Der
eingebaute Blitz zündet bei schlechten
Lichtverhältnissen automatisch (wenn er nicht manuell
abgeschaltet ist). Hierdurch lassen sich, besonders im
Nahbereich schon gute Erfolge erzielen. Bei guten
Sichtverhältnissen (>5m) und geringem Abstand
(20cm bis 1m) ist er völlig ausreichend. Die Taucherlampe ist ebenfalls eine gute Lichtquelle, vorausgesetzt, sie hat einen breiten Abstrahlwinkel und eine gleichmäßige Ausleuchtung. Allerdings ist sie beim Tauchen sehr hinderlich, man ist also auf einen guten Partner als Beleuchter angewiesen; denn mit Taucherlampe in der linken und Fotoapparat in der rechten Hand, ist ein Chaos-Tauchgang fast vorprogrammiert! Zu beachten ist auch, dass die Kamera ggf. von Bild zu Bild auf Kunstlicht umgestellt wird, sonst gibt es Bilder mit schlechtem Weißton, der sich auch nachträglich nur schwierig korrigieren lässt. Die Video-Lampe ist hier schon wesentlich komfortabler. Ein leichter Lampenkopf ist oberhalb der Kamera angebracht, der "schwere" Akkutank unterhalb der Kamera. Hierdurch ist das Kamera-Gehäuse einigermaßen ausbalanciert, die ganze Apparatur besitzt jedoch Abtrieb. Interessant ist diese Anordnung bei Nachttauchgängen, da der Autofokus der Digikams im Dunkeln nicht funktioniert und daher keine vernünftige Wahl des Bildausschnitts möglich ist oder die Kamera erst nach einer langen Einstellzeit oder gar nicht auslöst (es sei denn, der Partner leuchtet). Die Befestigung einer normalen Taucherlampe am Kameragehäuse ist zumindest bei den schwereren Alu-Lampen nicht empfehlenswert, da durch das relativ hohe Gewicht der Lampe oberhalb der Kamera und des darunter angebrachten Foto-Gehäuses mit Auftrieb eine unangenehme "Verdrehung" der Hände die Folge ist. |
Gleiche
Motive wie oben, jedoch mit internem Blitz (Größe reduziert auf 25%, Farben unverändert, Kompression 65%). Beim unteren Bild sind die Schwebeteilchen deutlich sichtbar aufgehellt. |
![]() ![]() |
| Der
externe Blitz ist auch für die Digitalkameras die
ideale Lichtquelle für die Unterwasserfotografie. Die
teureren Gehäuse verfügen
über wasserdichte Steckverbinder, so dass die Blitze
direkt mit dem Blitzanschluss (Blitzschuh) der Kamera verbunden werden
können. Bei den preiswerteren Gehäusen bleibt nur der
Sklavenblitzbetrieb.
Viele der neuen Digicams stellen jedoch besondere Anforderungen an die Blitze: Zur Ermittlung der richtigen Belichtung blitzen die Kameras zweimal (manche sogar 3x) unmittelbar hintereinander. Der erste, sehr kurze Blitz ist für die Belichtung, der 2. Blitz 10-50ms später für das eigentliche Bild. Dies hat zur Folge, dass herkömmliche Blitze schon beim 1. Messblitz zünden und beim eigentlichen Foto noch nicht wieder aufgeladen sind und deshalb dunkel bleiben! Mache Kameras zünden sogar 2 Vorblitze - und dies ist unabhängig von der "rote Augen" Unterdrückung. |
Vergleichbares
Motiv wie oben (gleicher See mit gleichen Bedingungen),
jedoch mit externem Blitz und zusätzlicher Taucherlampe vorne links (Größe reduziert auf 25%, Farben unverändert, Kompression 65%). Die Schwebeteilchen sind kaum sichtbar und auch die Farbwiedergabe ist kräftiger. |
![]() |
Daher werden von einigen Herstellern spezielle Geräte angeboten, die damit umgehen können:
Farbfilter und Weißabgleich.
Farbfilter verbessern die Farbwiedergabe bei Unterwasseraufnahmen in hellen Gewässern ohne externe Lichtquelle. Durch die zusätzliche optische Filterung wird der Weißabgleich der Kamera bei den Aufnahmen unterstützt. Bei Kameras mit der Möglichkeit eines manuellen Weißabgleichs empfiehlt es sich, in der gewünschten Tiefe zunächst an einer weißen Fläche (z.B. einer UW-Schreibtafel) den Abgleich durchzuführen. Die dann gespeicherte Einstellung gilt für den entsprechenden Tiefenbereich und bringt bei den anschließend aufgenommenen Bildern eine sehr gute Farbwiedergabe.
Die roten Filter sind für blaues Meerwasser gedacht, die magentafarbenen für Süßwasser. Es gibt Filter mit Schraub-, Steck- oder Bajonettausführung, ggf. ist ein Adapter zur Befestigung am Gehäuse nötig. Eine Halteschnur zur Befestigung am Gehäuse ist sehr nützlich.
Bildbearbeitungsprogramme.
Hochwertige Programme können aus den Bildern erstaunliche Verbesserungen herausholen. Die Bearbeitung der Histogramme der einzelnen Grundfarben ist besonders wirkungsvoll. Aus Aufnahmen in Unterwasser-Einheitsgrün lassen sich Aufnahmen fast wie an Land mit Sonnenschein "zaubern". Meiner Erfahrung nach leistet Adobe Photoshop hierbei besonders gute Dienste. Auch die Ergebnisse mit Corel Paint Shop Pro sind brauchbar, die Wirkung der Histogrammbearbeitung ist jedoch nicht immer zufriedenstellend.
Ein ausgezeichnetes Freewareprogramm und mein persönlicher Favorit ist Photofiltre. Bei dem französischen Programm ist auch eine Installation in deutscher Sprache möglich und die verfügbaren Plug-ins lassen keine Wünsche offen! Download unter http://photofiltre.free.fr/ weitere Infos hierzu unter http://medien.bildung.hessen.de/mbm05/ws/ws_01.zip
Für alle, die Lust bekommen, statt Fotos auch auch mal eigene Videos zu drehen, hier ein paar Tipps für den schnellen Einstieg.
Viele Fotoapparate besitzen ja einen Videomodus und mit den Sanyo-Kameras lassen sich sogar recht preiswert HD-Aufnahmen auf Speicherkarten mit erstaunlicher Qualität und Auflösung herstellen. Das allentscheidende Thema ist wie beim Fotografieren wieder das Umgebungslicht. Experimentierfreudige sollten also zunächst in hellen Umgebungen beginnen.
Die nächste Hürde ist das Betrachten der Ergebnisse am Computer. Leider gibt es eine unüberschaubare Fülle von Dateiformaten, die bei Unbedarften sehr schnell Frust aufkommen lassen und die Kreativität schon im Keim ersticken. Dann ist die Frage nach dem richtigen Bearbeitungs- und Schnittprogramm zu lösen und schließlich gibt es den Wunsch, sein Werk auch mal am Fernseher im Wohnzimmer zu präsentieren... Fangen wir also mal von vorn an:
Das "Problem" bei Videos ist die Speicherung der großen Datenmenge. Hochwertige Video-Kameras besitzen hierzu eine eigene Festplatte, einfachere Geräte speichern die Daten auf Speicherkarten ab. Damit diese einfach anmutende Technik trotzdem zu guten Ergebnissen führt, müssen die Daten in der Kamera komprimiert werden. Die einfachen Kameras nutzen zum Abspeichern auf die Speicherkarten das Format QuickTime (Datei-Typ .MOV), leistungsfähigere Kameras setzen das neuere Verfahren MPEG-4 ein (Datei-Typ .MP4). Man möchte die Clips dann aber nicht nur auf der Kamera betrachten, sondern auch mal auf einem richtigen Bildschirm sehen, und da wird es spannend...
Hilfe bietet in der Regel die den Kameras mitgegebene CD, hier sind die passenden Programme für den Rechner zu finden. Stolze Besitzer eines neueren DVD-Players werden vielleicht auch dort in der Liste der unterstützen Formate fündig, und so kann das Vergnügen hier sofort mit einer gebrannten CD oder DVD beginnen.
Alle, die die unterschiedlichen Player mit den verschiedenen Benutzeroberflächen Leid sind, finden für Windows, Vista, Mac OS X oder Linux bei den Open-Source-Programmen den sehr guten kostenlosen "VLC Media Player", der ohne Schnick-Schnack (fast) alle Formate richtig wiedergibt.
Empfehlung für Windows Nutzer: Die ersten Videos lassen sich unter Windows recht ordentlich mit dem mitgelieferten "Windows Movie Maker" erstellen. Die Bedienung ist recht übersichtlich und mit den angebotenen Hilfethemen erzielt man schnell ansehnliche Ergebnisse. Es lassen sich einzelne Filmsequenzen hintereinander reihen, beschneiden und mit Überblendungen versehen. Auch können Bilder eingebaut werden und der Titelgenerator lässt fürs Erste keine Wünsche offen. Anschließend kann der Film noch mit Musik untermalt und mit Kommentaren versehen werden. Die ganze Arbeit wird automatisch auch als "Projekt" abgespeichert, so dass man nicht an einem Abend fertig werden muss, sondern alle Schnitte und Einstellungen für die Fortsetzung am nächsten Tag bereit hat.
Einziger Wermutstropfen:
Der Windows Movie Maker versteht nicht alle Dateiformate - schlimmer noch - die
Wichtigsten .MOV und .MP4 werden nicht erkannt, zumindest nicht auf den
Rechnern, die uns zur Verfügung stehen... Auch ist das Standard-Format für die
fertige Arbeit .WMV ist nicht gerade sehr gut weiter verwendbar.
Glücklicherweise gibt es jedoch Programme zur Wandlung der Formate.
Die fortschreitende technische Entwicklung hat eine Vielzahl von Kompressionsalgorithmen und den unterschiedlichsten Dateiformaten hervorgebracht. In unserem Zusammenhang sind, wie bereits erwähnt, die Dateitypen .MOV und .MP4 aber auch WMV, MPEG, AVI und DivX die wichtigsten.
Programme zur Wandlung der Formate ohne nennenswerte Qualitätseinbußen sind kostenlos erhältlich. Zum Beispiel leistet hier das Windows-Programm "SUPER" sehr gute Dienste. Ggf. sollten auch noch die Encoder und Coder für "DivX" installiert werden
Empfehlung: Die Dateien aus der Kamera in ein bearbeitungsfähiges Format bringen, z.B. .AVI mit einer DivX-Kodierung als Video-Format und MP3 für die Tonspur. Wenn mit dem Windows Movie Maker weitergearbeitet wird, dann kann auch direkt in .WMV gewandelt werden. (Das alles hört sich schlimmer an, als es ist. Die Einstellungen können in den Konvertierungsprogrammen ganz einfach angeklickt werden und bleiben fürs nächste Mal erhalten.)
Das fertige Ergebnis kann Dank der Universalität der Player sofort auf dem Computer betrachtet werden. Zur Weiterverbreitung der Werke auf CD ist dann möglicherweise das Format .AVI mit DivX und MP3 das Günstigste. Aber auch .AVI mit MPEG, SVCD oder VCD wäre denkbar. Monumentalwerke finden auf DVDs Platz - hier müssen unsere Tipps aber enden, es helfen dann die Brennerprogramme bei der Zusammenstellung der Titel und Menüs...
Eine letzte Anmerkung noch zur Anzahl der Bildpunkte und zur daraus erzielbaren Bildqualität: Eine Auflösung von 640*480 Bildpunkten ist das absolute Minimum und man kommt fast an die normale Fernsehqualität heran. Wenn die Kamera weniger kann, sollten die Erwartungen nicht zu hoch gesteckt werden...
© 2008 www.nautilus-equipment.de